Da Laptops immer schlanker und leichter werden, führt das unweigerlich zu einem großen Nachteil: einer begrenzten Anzahl an Anschlüssen.
Für Nutzer, die auf externe Monitore, Festplatten oder Tastaturen angewiesen sind, wird dies schnell zum Problem. Zwar steigt die Mobilität, doch der Mangel an Ports bleibt.
Als Lösung kommen zwei Gerätetypen in Frage: Dockingstationen und USB-Hubs. Beide erweitern die Anschlussmöglichkeiten, bieten jedoch je nach Anwendung unterschiedliche Vorteile.
Dieser Leitfaden hilft dir, die richtige Wahl für deinen Arbeitsalltag und dein individuelles Setup zu treffen.
Kurzdefinitionen
Was ist ein USB-Hub?
Ein USB-Hub erweitert die Anzahl der USB-Anschlüsse an einem Laptop oder PC.
Die meisten Hubs stellen zusätzliche USB-A- oder USB-C-Ports bereit, um externe Geräte wie Tastaturen, Mäuse oder USB-Sticks einfach anzuschließen.
USB-Hubs sind preiswert, kompakt und ideal für den Alltagsgebrauch, wenn nur mehrere Peripheriegeräte gleichzeitig angeschlossen werden sollen.
Allerdings bieten sie in der Regel weder Videoausgänge, Ethernet-Anschlüsse noch Power Delivery – optimal also, wenn es primär ums Laden mehrerer Geräte geht.
Was ist eine Dockingstation?
Eine Dockingstation verwandelt dein Notebook in eine vollständige Desktop-Workstation.
Sie verbindet externe Monitore, Speicherlaufwerke, Lautsprecher sowie kabelgebundenes Internet. Typische Anschlüsse sind HDMI/DisplayPort, Ethernet, SD-Kartenleser, Audiobuchsen sowie Power Delivery zum gleichzeitigen Laden.
Dockingstationen sind teurer, bieten aber eine umfassende All-in-One-Lösung für alle, die an einem festen Arbeitsplatz mit vielen Peripheriegeräten arbeiten.
Zentrale Unterschiede zwischen Dockingstation und USB-Hub
1. Anschlusstypen & Funktionsumfang
USB-Hub:
- Erweiterung um USB-A- und USB-C-Datenports.
- Ideal für Peripheriegeräte wie Mäuse, Tastaturen, externe Speicher.
- Keine Unterstützung für Videoausgabe oder Ethernet.
Dockingstation:
- Bietet zusätzlich Videoausgänge (HDMI/DisplayPort), Ethernet, SD-Kartenleser, Audio und mehrere USB-Ports.
- Perfekt für vollständige Desktop-Setups.
2. Power Delivery
USB-Hub:
- Meist keine oder nur eingeschränkte Power-Delivery-Unterstützung.
- Effizientes Laden mehrerer Geräte gleichzeitig nur begrenzt möglich.
Dockingstation:
- Unterstützt Power Delivery Pass-Through (typischerweise 60W bis 100W+).
- Gleichzeitiges Laden und Arbeiten möglich – ideal für lange Arbeitssessions.
3. Videoausgabe
USB-Hub:
- In der Regel keine Videoausgabe.
- Einige fortschrittliche Modelle mit DisplayLink bieten eingeschränkte Unterstützung.
Dockingstation:
- Hervorragend bei Videoausgabe, oft mit Unterstützung für 4K/60Hz-Monitore (einzeln oder dual).
- Optimal für Multitasking und hochauflösende Arbeitsplätze.
4. Kompatibilität
USB-Hub:
- Universell kompatibel mit fast allen Geräten: Laptops, Tablets, Smartphones.
- Einfaches Plug & Play.
Dockingstation:
- Kann spezifische Kompatibilitätsanforderungen stellen (Thunderbolt 3/4 oder USB4).
- Für MacBooks mit M1, M2 oder M3 sollte die Dockingstation exakt auf macOS abgestimmt sein.
5. Größe & Mobilität
USB-Hub:
- Kompakt und leicht, ideal für unterwegs.
- Optimal für reisende Remote Worker.
Dockingstation:
- Eher stationär konzipiert für feste Arbeitsplätze.
- Weniger mobil, dafür umfassender ausgestattet.
6. Preisbereich
USB-Hub:
- Günstig: ca. 10 bis 50 € – ideal bei kleinem Budget und einfachen Anforderungen.
Dockingstation:
- Teurer: ca. 80 bis 300 €+ – spiegelt den erweiterten Funktionsumfang wider (Power Delivery, Multi-Display etc.).
Welche Lösung passt für dich? – Szenariobasierte Empfehlungen
USB-Hub wählen, wenn:
- Du nur zusätzliche USB-A/USB-C-Anschlüsse für Maus, Tastatur oder Speicher benötigst.
- Du kaum externe Monitore oder Ethernet nutzt.
- Du eine kompakte, mobile Lösung für Reisen suchst.
- Du ein begrenztes Budget hast.
Dockingstation wählen, wenn:
- Du mit mehreren Monitoren arbeitest und hochauflösende Bildausgabe benötigst.
- Du eine stabile kabelgebundene Internetverbindung für Videokonferenzen brauchst.
- Du dein Laptop während der Nutzung gleichzeitig laden möchtest.
- Du ein leistungsstarkes Laptop (z. B. MacBook mit Thunderbolt) besitzt.
- Du ein dauerhaftes Desktop-Setup mit umfangreichem Zubehör planst.
Spezielle Hinweise für MacBook-Nutzer
MacBooks mit M1-, M2- oder M3-Chips unterstützen nativ nur einen externen Monitor.
Wähle daher Dockingstationen mit Thunderbolt 3/4-Kompatibilität, die speziell für macOS optimiert sind.
Vermeide günstige USB-Hubs ohne ordentliche DisplayPort-Alt-Mode-Unterstützung, da diese zu Problemen bei der Bildschirmausgabe führen können.
Dockingstation und USB-Hub: Optimal in Kombination
Für einige Nutzer kann eine Kombination aus Dockingstation und USB-Hub die perfekte Lösung sein:
- Dockingstation: als zentrales Desktop-Herzstück für Monitore, Ethernet, Power Delivery etc.
- USB-Hub: als flexible Erweiterung unterwegs für zusätzliche USB-Ports, ohne viel Platzbedarf.
Beide Geräte schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich optimal in einem flexiblen Setup.
Fazit: Das richtige Werkzeug je nach Arbeitsstil wählen
Die Wahl zwischen USB-Hub und Dockingstation hängt maßgeblich von deinen individuellen Anforderungen ab:
- Für einfache Port-Erweiterung unterwegs reicht meist ein preiswerter USB-Hub.
- Für umfassende Desktop-Setups mit mehreren Monitoren, Ethernet und Power Delivery ist die Dockingstation klar überlegen.
Wer sein Setup gezielt nach Arbeitsablauf auswählt, spart Geld bei unnötigem Zubehör und steigert gleichzeitig die Produktivität – ob im Homeoffice oder unterwegs.
